Aus der Sicht der Pferde

Um sie besser verstehen zu können, möchte ich einen Einblick in die Sichtweise eines Pferdes geben.

 

Achtet man bei Tierfilmen darauf, kann man erkennen, dass Zebras immer in Schlangenlinien zur Wasserstelle gehen.

 

Warum ist das so?

 

Als Fluchttiere sitzen die Augen der Pferde seitlich am Kopf. Somit haben sie einen fast vollständigen Rundumblick ihrer Umwelt, bis auf kleine Bereiche von toten Winkeln vorne zwischen den Augen und hinten am Schweif.

 

Jedes Auge hat seine Aufgabe:

 

rechtes Auge = Fluchtauge

 

linkes Auge = Sicherheitsauge

 

 

Man spricht deshalb von einer monokularen (mono = 1) Sichtweise des Pferdes. Diese erlaubt es ihm, bei Gefahr gleichzeitig den Fluchtweg und das „Raubtier“ im Auge zu behalten, ohne dabei den Kopf drehen zu müssen. Überlebenswichtig!!

 

Zum Vergleich:

Menschen sehen binocular (bi = 2), müssen also den Kopf drehen, um einen anderen Blickwinkel zu erhalten.

 

Die Bildinformationen des rechten Auges werden größtenteils an die linke Gehirnhälfte gesendet und nur ein Bruchteil an die Gleichseitige. Genauso verhält es sich mit dem linken Auge und der rechten Gehirnhälfte.

Hierbei besteht das Problem, dass beide Gehirnhälften von Natur aus ihre Informationen nur sehr mangelhaft untereinander austauschen.

Das rechte Auge (linke Gehirnhälfte) weiß also nichts vom Bild des linken Auges (rechte Gehirhälfte) und umgekehrt.

 

Beispiel: Die Decke auf der Bande der Reithalle

 

Das Pferd läuft auf der linken Hand vorbei, augenscheinlich ohne Notiz davon zu nehmen und nach dem Handwechsel gibt es plötzlich Probleme.

 

Warum?

 

Das linke Auge hat dem rechten Auge nichts davon „mitgeteilt“, dass dort eine Decke auf der Bande liegt. Folglich hat das Pferd nach dem Handwechsel die Decke erstmalig gesehen und als mögliches

„Raubtier“ bewertet.

 

Pferde müssen also immer alles mit beiden Augen betrachten, um etwas wirklich sehen zu können und um sich ein ganzheitliches Bild davon zu machen.

 

 

 

 

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© Heike Ihli