Positions- und Fahnenarbeit

 

Positionsarbeit

 

 

Um die Positionsarbeit zu verdeutlichen, ist es wichtig zu wissen, wie die Struktur innerhalb einer Herde funktioniert.

 

Die Hierarchie ist in etwa folgendermaßen zu beschreiben:

Bauer-Adliger-König-Kaiser

 

Mythos Leitstute

 

Ohne die Leitstute bestünde keine Struktur in einer Herde.

Sie weiß wo die besten Futterplätze und Wasserstellen sind, sie trifft alle wichtigen Entscheidungen und gibt der Herde Sicherheit.

Doch bedeutet dies nicht, dass die Leitstute der Herde voran läuft.

Im Gegenteil:

Sie bestimmt wann und wo sie läuft und schickt ihr „Gefolge“ auch schon mal vor, wenn sie es für notwendig hält. Nach dem Grundsatz: „Wer bewegt wen...“

 

Die Leitstute ist die Kaiserin!

 

 

Mythos Hengst

 

Die Aufgabe des Hengstes besteht lediglich darin, die Herde zu beschützen und seine Gene weiter zu geben.

 

 

 

Die Positionsarbeit beruht also auf dem Grundsatz der Leitstute:

 

„Wer bewegt wen...?“

 

Denn wer bewegt führt, trifft Entscheidungen und sichert somit das Überleben.

 

Das wir die Leitstute nicht 100% ersetzen können, darüber braucht man nicht zu diskutieren. Aber wir können es uns zur Aufgabe machen, unserem Pferd Sicherheit an unserer Seite zu geben. Indem wir Position beziehen, sowie Entscheidungen treffen, hinter denen wir auch 100%-ig stehen und gegenüber dem Pferd auch vertreten.

Dies beginnt schon ab dem allerersten Moment, in dem wir mit dem Pferd interagieren (und nicht erst auf dem Reitplatz oder der Reithalle) und endet dann, wenn wir unser Pferd wieder in den Stall oder auf die Kopppel gebracht haben.

 

Denn unser Partner-Pferd hat ein Recht auf Führung!!

Gewaltfrei, aber konsequent!!

 

 

 

Fahnenarbeit

 

Mit der Fahnenarbeit beginnen die ersten Rechts-Links-Wechsel für das Pferd.

 

Auch hier kommt zum einen wieder die Sichtweise der Pferde und die bessere Verknüpfung der Gehirnhälften zum Tragen, andererseits trainiert es die Beweglichkeit des Atlantoaxialgelenks.

 

Das Atlantoaxialgelenk befindet sich zwischen dem ersten (Atlas) und zweiten (Axis) Halswirbel.

Man bezeichnet es auch als „Nein-Sager-Gelenk“ oder „No-Joint-Gelenk“. Dieses Gelenk ist der Dreh- und Angelpunkt, damit sich ein Pferd stellen kann.

 

 

Des Weiteren kann die Fahnenarbeit auch wesentlich zur Traumaverarbeitung beitragen.

 

 

Man spricht hier von

 

EMDR = Eye Movement Desensitization and Reprocessing

 

 

Normalerweise verarbeitet das Gehirn Erlebtes und legt es ad acta. Manchmal kann ein Ereignis aber auch so intensiv und/oder traumatisch sein, dass es in bestimmten Arealen im Gehirn abgespeichert und bei ähnlichen Ereignissen automatisch abgerufen wird.

 

Durch die Bewegung der Augen über Rechts-Links-Wechsel können solche Traumata gelöst und verarbeitet werden.

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© Heike Ihli